Offenbar ein neuer Fall der Amtshilfe der BRD für das Regime in Ankara,
der ATIK-Aktivist Önder Dolutas soll, trotz seiner Anerkennung
als politischer Flüchtling in Britannien an die Türkische Republik ausgeliefert
werden, nachfolgend dokumentiert eine Presseerklärung der Roten Hilfe, zwei weitere Artikel zum
Thema (und zu weiteren Fällen, wo die Abschiebung politischer AktivistInnen aus
der Türkei und Türkisch-Kurdistan droht) findet mensch hier
und hier: Göttingen, 06.06.2008 http://atik-online.net/
Die BRD macht sich zum
wiederholten Mal zur Erfüllungsgehilfin der menschenrechtswidrigen Am Freitag dem 23. Mai 2008
wurde Önder Dolutas am Flughafen Frankfurt-Hahn bei seiner Einreise
wegen eines Auslieferungsgesuches des türkischen Staates über Interpol
in Haft genommen. Tags
darauf wurde er dem Haftrichter vorgeführt und anschließend in die
Justizvollzugsanstalt Rohbach in Rheinland-Pfalz gebracht. Nun soll er
in Auslieferungshaft bleiben, bis der Sachverhalt durch das
Oberlandesgericht in Koblenz entschieden wird. Önder Dolutas
floh nach Inhaftierung und Folter im Jahre 2006 nach Großbritannien und
beantragte politisches Asyl, welches ihm gewährt wurde. In Abwesenheit
wurde er von einem türkischen Gericht zu zwölfeinhalb Jahren Haft wegen
Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Im
selben Jahr wurde er aufgrund eines Antrags der türkischen Behörden
festgenommen, das Urteil wurde von britischen Gerichten jedoch für
nicht rechtskräftig erklärt, da es aufgrund durch Folter erzwungener
Aussagen zustande kam. Mittlerweile besitzt Dolutas die britische
Staatsangehörigkeit und konnte sich bisher frei in der EU bewegen. Dass
der Aktivist der ATIK (Konföderation der Arbeiter aus der Türkei In
Europa) nun ausgerechnet bei der Einreise in die BRD verhaftet wird,
ist auf die verstärkte Zusammenarbeit der Repressionsbehörden Europas
mit dem NATO-Partner Türkei zurückzuführen. Mehrfach wurden in
den vergangenen Monaten Aktivisten der linken Exilopposition aus der
Türkei festgenommen und mussten mehrere Monate in Auslieferungshaft
verbringen, bevor sie freigelassen wurden. Matthias Krause,
Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V. erklärte dazu: "Ein weiteres Mal
machen sich deutsche Behörden zu Erfüllungsgehilfen Ankaras, obwohl
bekannt ist, dass türkische Behörden versuchen, mit
menschenrechtswidrigen Methoden die linke Exilopposition
einzuschüchtern und zu bedrohen. Wir fordern die
sofortige Freilassung von Önder Dolutas. Die Praxis der Inhaftierung
von linken Aktivisten aufgrund von Auslieferungsersuchen des türkischen
Regimes muss endlich ein Ende haben." Mathias Krause für
den Bundesvorstand der Roten
Hilfe e.V. |